Der beste Freund des Menschen
Der Hund ist das Zuchttier schlechthin. Kein Tier hat vermutlich eine so lange Zuchttradition in seiner Geschichte wie der Hund. Streng genommen existiert er sogar nur auf Grund von Zucht. Kein Wunder, dass er als bester Freund des Menschen gehandelt wird.
Fast könnte man meinen, der Mensch habe ein bisschen Gott gespielt und seinen liebsten Genossen nach seinem Abbilde geschaffen. Einmal abgesehen davon, dass Hunde naturgemäß ganz anders aussehen als Menschen. Aber andererseits: wer weiß schon, wie Gott aussieht? Und ob es ihn überhaupt gibt? Immerhin kann man davon ausgehen, dass der Hund nicht am Menschen zweifelt. Jedenfalls schreibt man dem Hund ja immer gerne menschliche Eigenschaften zu. Da mag Einbildung eine große Rolle spielen, denn schließlich denkt der Mensch ja in Kategorien, die durch sprachliche Muster überhaupt erst möglich werden.
Und nicht alle Kulturen haben die gleichen Muster: es gibt Kulturen, die in dieselbe Kategorie einordnen, was wir als grün und blau unterscheiden. Und daher auch nicht so leicht zwischen grün und blau zu differenzieren vermögen wie wir. Und wir widerum können uns wohl nur schwer vorstellen, wie die Inuit auf Grönland zwischen unzähligen Sorten Schnee unterscheiden. Und das intuitiv. Und letztlich ist jeder Mensch durch andere Erfahrungen geprägt und verarbeitet auch dieselben Erlebnisse anders als alle anderen. Aber auch wenn die Übertragung menschlicher Verhaltensmuster auf den Hund nicht so einfach möglich ist, so ist doch nicht von der Hand zu weisen, dass die Eigenschaften des Hundes ein bewusstes Werk des Menschen sind, denn er hat ihn selbst heran gezüchtet aus den Wölfen, die man sich für die Jagd hielt. Über Generationen hat man sich also aus einem gefährlichen Feind einen starken Freund gezüchtet und Einfluss darauf genommen, dass das neue Produkt den Bedürfnissen und Anforderungen des Menschen möglichst gut angepasst ist.
Wie der Herr, so’s G’scherr
Man sagt, Hund und Herrchen sähen sich mit der Zeit immer ähnlicher. Was da in rein ästhetischer Hinsicht dran sein mag, ist wohl schwerlich objektiv zu beurteilen. Aber es ist doch einigermaßen logisch, dass man sich aneinander anpasst. Man wird ein eingespieltes Team. Wie in zwischenmenschlichen Beziehungen lernt man die Verhaltensmuster, Vorzüge und Meisen des Partners kennen. Und man beginnt sich danach zu richten. Und zwar beide Seiten. Da ist es dann auch kein Wunder, wenn die Bernhardiner in Skigebieten, die ja traditionell über einen ausgeprägten gastronomischen Sektor verfügen, beginnen, Schnaps an Lawinenopfer auszuschenken. Wenn also Hunde Zubehör wie Schnapsfässchen dabei haben, so haben sie sich dieses Verhalten vermutlich nur vom Herrchen abgeschaut.
Leave a Reply